Gute Aufwärmspiele bereiten Spielerinnen und Spieler auf die Bewegungen im Fußball vor und bringen gleichzeitig den Ball ins Spiel. Dribbeln, Passen, Abbremsen, Beschleunigen, Richtungswechsel und Reaktionen auf Mitspieler gehören dabei von Anfang an zum Training.
Ein Aufwärmspiel ersetzt jedoch nicht automatisch ein gezieltes Präventionsprogramm. Für die Verletzungsprophylaxe sind strukturierte Programme wie FIFA 11+ und FIFA 11+ Kids besser untersucht. Die sinnvollste Lösung verbindet daher spielerische Übungen mit dynamischer Aktivierung und ausgewählten Elementen für Gleichgewicht, Rumpfstabilität, Sprung- und Landetechnik.
Die besten Aufwärmspiele im Überblick
| Aufwärmspiel | Geeignet für | Dauer | Material | Schwerpunkt |
|---|---|---|---|---|
| Gassen-Dribbling | U7 bis U12 | 5 bis 8 Minuten | Hütchen, Bälle | Ballkontrolle und Richtungswechsel |
| Dribbel-Ampel | U7 bis U14 | 5 bis 8 Minuten | Bälle, Hütchen | Reaktion und Orientierung |
| Farb-Fangspiel | U7 bis U12 | 5 bis 8 Minuten | Bälle, farbige Hütchen | Wahrnehmung und Beschleunigung |
| Zentrale Stange | U9 bis U15 | 6 bis 10 Minuten | Hütchen, Stange, Bälle | Dribbling und Blick vom Ball |
| Balljagd | U9 bis U15 | 6 bis 10 Minuten | Bälle, Hütchen | Dribbling unter Gegnerdruck |
| 3 gegen 3 auf vier Tore | U9 bis Erwachsene | 6 bis 12 Minuten | Minitore, Leibchen, Bälle | Spielnähe und Umschalten |
| Übungslauf mit drei Spielern | U11 bis Erwachsene | 5 bis 8 Minuten | Bälle, Hütchen | Passspiel und Ballmitnahme |
Die Angaben dienen als Orientierung. Feldgröße, Spielerzahl und Intensität müssen zum Alter, Leistungsstand und Trainingsziel passen.
Worauf es beim Aufwärmen ankommt
Ein wirksames Fußball-Aufwärmen erfüllt mehrere Aufgaben:
- Es steigert langsam die Körpertemperatur.
- Es mobilisiert Sprunggelenke, Knie, Hüfte und Rumpf.
- Es bereitet auf Sprints, Zweikämpfe und Richtungswechsel vor.
- Es verbessert Ballgefühl, Wahrnehmung und Kommunikation.
- Es reduziert Wartezeiten und erhöht die Zahl der Ballkontakte.
- Es steigert die Intensität schrittweise.
Dynamische Bewegungen passen besonders gut an den Anfang einer Einheit. Dazu gehören lockeres Laufen, Seitbewegungen, Anfersen, Knieheben, Ausfallschritte sowie kontrollierte Richtungswechsel. Langes statisches Dehnen sollte nicht den gesamten Einstieg bilden, wenn danach Sprints, Sprünge oder schnelle Richtungswechsel folgen. Dynamische Bewegungsformen unterstützen die anschließende Leistung in der Regel besser.
Für Kinder und Jugendliche empfehlen sich kleine Spielformen mit vielen Aktionen. Der Deutsche Fußball-Bund stellt 3-gegen-3- und 4-gegen-4-Formate sowie kurze Wartezeiten in den Mittelpunkt seiner Trainingsphilosophie.
1. Gassen-Dribbling
Geeignet für: Bambini bis D-Jugend
Dauer: 5 bis 8 Minuten
Material: Hütchen und ein Ball pro Spielerin oder Spieler
Aufbau
Mit acht Hütchen entsteht eine gerade Dribbelgasse. Die Hütchen stehen mit ausreichend Abstand hintereinander. Der Rückweg führt außen an der Gasse vorbei, damit sich die Laufwege nicht kreuzen.
Ablauf
Alle Spielerinnen und Spieler dribbeln nacheinander oder gleichzeitig durch die Gasse. Die Trainerin oder der Trainer gibt einfache Aufgaben vor:
- nur mit dem rechten Fuß dribbeln,
- nur mit dem linken Fuß dribbeln,
- den Ball mit Innen- und Außenseite führen,
- an jedem Hütchen die Richtung wechseln,
- die Sohle einsetzen,
- vor einem Hütchen eine Finte ausführen,
- nach dem letzten Hütchen kurz beschleunigen.
Bei jüngeren Kindern sollte der Ball möglichst nah am Fuß bleiben. Ältere Spieler lösen den Blick häufiger vom Ball und nehmen die Umgebung wahr.
Variationen
- Eine aufgerufene Farbe bestimmt, welches Hütchen umdribbelt wird.
- Nach der Gasse folgt ein Pass zum nächsten Spieler.
- Die Spieler wählen selbst eine Finte.
- Zwei Gruppen starten gleichzeitig und vergleichen die Zahl kontrollierter Durchgänge.
- Der Rückweg erfolgt mit dem schwächeren Fuß.
Trainerhinweis
Der Wettbewerb darf die Ballkontrolle nicht verdrängen. Ein sauberer erster Kontakt und kontrollierte Richtungswechsel sind wichtiger als die höchste Geschwindigkeit.
2. Dribbel-Ampel
Geeignet für: Bambini bis D-Jugend
Dauer: 5 bis 8 Minuten
Material: ein Ball pro Spielerin oder Spieler
Ablauf
Alle Spieler dribbeln frei in einem abgegrenzten Feld. Die Trainerin oder der Trainer ruft verschiedene Farben:
- Grün: frei dribbeln
- Gelb: langsam und eng am Fuß führen
- Rot: Ball stoppen und eine einfache Bewegung ausführen
- Blau: Richtung wechseln
- Schwarz: einen Mitspieler suchen und kurz zupassen
Für Bambini genügen zunächst zwei oder drei Signale. Ältere Spieler können zusätzlich den Blick über die Schulter lösen, eine Finte einbauen oder nach dem Richtungswechsel beschleunigen.
Ziel
Das Spiel verbindet Ballkontrolle mit Reaktion und Orientierung. Die Spieler müssen zuhören, den Ball kontrollieren und gleichzeitig Zusammenstöße vermeiden.
Anpassungen
Wird das Feld kleiner, entstehen mehr Begegnungen und häufigere Richtungswechsel. Ein größeres Feld gibt unerfahrenen Spielern mehr Zeit und Raum. Ausgeschieden wird niemand. Bei einem Fehler folgt eine kurze Zusatzaufgabe mit Ball.
3. Farb-Fangspiel mit Ball
Geeignet für: Bambini bis E-Jugend
Dauer: 5 bis 8 Minuten
Material: Bälle und verschiedenfarbige Hütchen
Aufbau
Die Trainerin oder der Trainer markiert ein Feld von etwa 15 bis 25 Metern Seitenlänge. Farbige Hütchen liegen an den Feldrändern oder in den Ecken.
Ablauf
Alle Spieler dribbeln im Feld. Die Trainerin oder der Trainer ruft eine Farbe. Die Spieler dribbeln so schnell wie möglich zu einem Hütchen dieser Farbe, berühren es mit der Hand oder dem Ball und setzen das Dribbling fort.
Variationen
- Vor dem Hütchen ist eine Finte Pflicht.
- Die Spieler verwenden nur den schwächeren Fuß.
- Zwei Farben werden nacheinander aufgerufen.
- Eine Farbe bedeutet eine kurze Beschleunigung, eine andere einen Richtungswechsel.
- Nach dem Erreichen des Hütchens folgt ein Pass zu einem Mitspieler.
Das Spiel eignet sich besonders für jüngere Mannschaften, weil die Aufgaben leicht verständlich bleiben und trotzdem viele kurze Bewegungsreize entstehen.
4. Zentrale Stange
Geeignet für: E- bis C-Jugend
Dauer: 6 bis 10 Minuten
Material: Hütchen, eine Stange oder ein zentrales Markierungshütchen, Bälle
Aufbau
Ein quadratisches Feld von etwa 20 mal 20 Metern erhält in der Mitte eine Stange oder ein gut sichtbares Hütchen. Die Spieler verteilen sich mit Ball an den Außenhütchen.
Ablauf
Die ersten Spieler jeder Gruppe dribbeln gleichzeitig zur Mitte. Dort führen sie eine Aufgabe aus und dribbeln anschließend zurück:
- vor der Mitte nach rechts oder links abkappen,
- die zentrale Markierung umdribbeln,
- diagonal zu einem anderen Außenhütchen laufen,
- eine Finte ausführen und beschleunigen.
Wahrnehmungsvariante
Kurz vor der Mitte zeigt die Trainerin oder der Trainer eine Farbe oder Zahl. Dieses Signal bestimmt die Richtung. Die Spieler müssen deshalb den Blick vom Ball lösen und die Umgebung beobachten.
Trainerhinweise
Die Spieler sollen die zentrale Markierung nicht blind ansteuern. Eine offene Körperhaltung, kleine Kontakte vor dem Richtungswechsel und ein kontrollierter erster Kontakt in den freien Raum sind wichtiger als ein hohes Tempo.
5. Balljagd im Team
Geeignet für: E- bis C-Jugend
Dauer: 6 bis 10 Minuten
Material: Bälle, Hütchen und gegebenenfalls Leibchen
Aufbau
Ein Feld von etwa 20 mal 20 Metern wird markiert. Eine Gruppe dribbelt jeweils mit einem Ball. Eine zweite Gruppe versucht, die Bälle zu erobern und kontrolliert aus dem Feld zu spielen.
Ablauf
Die Angreifer schützen ihren Ball und suchen freie Räume. Die Verteidiger gehen aktiv zum Ball. Nach einer Balleroberung spielen sie den Ball aus dem Feld oder passen zu einem Mitspieler.
Wer den Ball verliert, scheidet nicht aus. Die Person holt sich möglichst schnell einen neuen Ball oder übernimmt sofort eine andere Aufgabe. Nach einem kurzen Durchgang wechseln die Gruppen.
Variationen
- Nach der Balleroberung muss ein Pass zu einem Mitspieler erfolgen.
- Angreifer dürfen nach Ballverlust sofort einen anderen freien Ball übernehmen.
- Verteidiger spielen zunächst nur mit dem schwächeren Fuß.
- Nach Ballgewinn wird auf zwei Minitore abgeschlossen.
- Das Feld wird verkleinert, um mehr Druck und häufigere Richtungswechsel zu erzeugen.
Warum das Spiel gut funktioniert
Die Spieler bewegen sich ständig, treffen Entscheidungen und führen viele Richtungswechsel aus. Gleichzeitig bleibt die Übung spielnah und motivierend. Die DFB-Trainingsformen binden Spieler nach Ballverlust ebenfalls weiter ein, statt sie lange warten zu lassen.
6. 3 gegen 3 auf vier Tore
Geeignet für: F-Jugend bis Erwachsene
Dauer: 6 bis 12 Minuten
Material: vier Minitore oder Hütchentore, Bälle und Leibchen
Aufbau
Zwei Teams spielen auf vier Tore. Die Tore stehen an den Seiten des Feldes, sodass beide Mannschaften in mehrere Richtungen angreifen können. Für jüngere Kinder eignet sich ein Feld von ungefähr 20 mal 25 Metern.
Ablauf
Die Teams versuchen, nach Ballgewinn schnell umzuschalten und auf eines der gegnerischen Tore abzuschließen. Nach einem Tor oder Ausball wird sofort ein neuer Ball eingespielt.
Variationen
- Ein Tor zählt nur nach mindestens einem Pass.
- Vor dem Abschluss muss ein Spieler in eine markierte Endzone dribbeln.
- Für ältere Spieler gilt eine Begrenzung auf zwei Ballkontakte.
- Nach einem Tor wechselt der Ball sofort zur anderen Mannschaft.
- Bei jüngeren Kindern wird ohne Kontaktbegrenzung gespielt.
Belastungssteuerung
Für den Einstieg bleibt das Spiel frei und die Intensität moderat. Danach lassen sich kurze, intensivere Durchgänge einbauen. Mehr Bälle an den Seiten verkürzen Unterbrechungen. Kleinere Felder erhöhen den Druck, größere Felder geben mehr Zeit für Ballmitnahmen und Entscheidungen.
7. Übungslauf mit drei Spielern
Geeignet für: E-Jugend bis Erwachsene
Dauer: 5 bis 8 Minuten
Material: mehrere Bälle und Hütchen
Aufbau
Drei Spieler laufen parallel nebeneinander. Der äußere Spieler beginnt mit dem Ball.
Ablauf
- Der äußere Spieler passt zum Spieler in der Mitte.
- Der mittlere Spieler nimmt den Ball mit und passt zum dritten Spieler.
- Der dritte Spieler spielt den Ball wieder über die Mitte auf die andere Seite.
- Die drei Spieler laufen weiter und wiederholen das Muster.
Nach einer festgelegten Strecke drehen sie um oder wechseln die Positionen.
Variationen
- Der mittlere Spieler nimmt den Ball mit dem ersten Kontakt in die Laufrichtung mit.
- Die Außenspieler passen direkt oder mit einem Kontakt.
- Vor der Ballannahme erfolgt ein kurzer Blick über die Schulter.
- Nach dem letzten Pass folgt eine Beschleunigung.
- Für ältere Spieler kommt ein passiver Gegenspieler hinzu.
Trainerhinweise
Die Pässe müssen in den Lauf gespielt werden. Der mittlere Spieler sollte sich so anbieten, dass der nächste Pass ohne unnötige Verzögerung möglich ist. Das Tempo steigt erst, wenn Passqualität und Laufwege stimmen.
8. Fangspiel mit Ball
Geeignet für: Bambini bis E-Jugend
Dauer: 5 bis 7 Minuten
Material: Bälle und Hütchen
Ablauf
Ein oder zwei Fänger bewegen sich ohne Ball im Feld. Alle anderen Spieler dribbeln und versuchen, den Fängern auszuweichen. Wer berührt wird, übernimmt für kurze Zeit die Rolle des Fängers oder führt eine Ballaufgabe aus und kehrt sofort ins Spiel zurück.
Regeln für jüngere Kinder
- Das Feld nicht zu groß wählen.
- Nur wenige Fänger einsetzen.
- Keine langen Zusatzaufgaben.
- Bälle nicht wegschießen.
- Berührungen klar und kontrolliert durchführen.
Steigerungen
- Fänger dürfen nur Spieler auf einer bestimmten Feldhälfte anlaufen.
- Vor dem Ausweichen ist eine Finte erforderlich.
- Nach einer Berührung folgt ein Pass zu einem Mitspieler.
- Die Spieler müssen regelmäßig den Fuß wechseln.
Das Fangspiel eignet sich als kurzer Einstieg. Danach sollte eine Übung mit mehr Passspiel oder eine kleine Spielform folgen.
Aufwärmen nach Altersgruppe
Bambini und U7
Kinder in diesem Alter profitieren von kurzen, leicht verständlichen Spielen. Bewegung, Freude und viele Ballkontakte stehen im Vordergrund.
Geeignet sind:
- Dribbel-Ampel,
- Farb-Fangspiel,
- einfache Fangspiele mit Ball,
- Dribbeln durch Tore,
- 2 gegen 2 ohne komplizierte Zusatzregeln.
Lange Erklärungen und Ausscheidungsregeln bremsen den Ablauf. Besser sind kurze Durchgänge und häufige Rollenwechsel.
F- und E-Jugend
In diesen Altersklassen lassen sich einfache Wettbewerbe und technische Aufgaben verbinden:
- Dribbling mit beiden Füßen,
- Finten,
- Pass- und Mitnahmeaufgaben,
- Reaktion auf Farben oder Zurufe,
- 2 gegen 2, 3 gegen 3 oder 4 gegen 4.
Die Regeln sollten jeweils nur eine neue Anforderung hinzufügen. Zu viele Vorgaben lenken vom Ball und vom Spiel ab.
D- und C-Jugend
Jetzt können Gegnerdruck und Wahrnehmung stärker in den Mittelpunkt rücken:
- Richtungswechsel auf Signal,
- Dribbling unter Druck,
- 1-gegen-1,
- schnelle Umschaltmomente,
- kurze Sprints nach einer Aktion,
- Pass in eine Zielzone.
Die Spieler sollten lernen, vor der Ballannahme die Umgebung zu prüfen und nach dem Ballverlust sofort umzuschalten.
B- und A-Jugend sowie Erwachsene
Ältere Spieler benötigen eine schrittweise Steigerung zu fußballspezifischer Geschwindigkeit:
- dynamisches Laufen,
- koordinative Aufgaben,
- kurze Sprint- und Bremsaktionen,
- Pass- und Wahrnehmungsspiele,
- kleine Spielformen mit hoher Intensität,
- Zweikampf- und Abschlussaktionen.
Bei Erwachsenen und älteren Jugendlichen sollte ein spielerisches Aufwärmen mit gezielten Übungen für Gleichgewicht, Rumpfkontrolle und Beinachsenstabilität ergänzt werden.
Aufwärmen und Verletzungsprävention
Ein beliebiges Aufwärmspiel aktiviert den Körper und bereitet auf fußballspezifische Bewegungen vor. Daraus lässt sich jedoch keine konkrete Verletzungsreduktion für jedes einzelne Spiel ableiten.
Besser untersucht sind strukturierte neuromuskuläre Programme. Sie enthalten unter anderem:
- Gleichgewichtsübungen,
- Rumpfstabilität,
- kontrollierte Ausfallschritte,
- Sprung- und Landetechnik,
- Kraftreize,
- Beschleunigen und Abbremsen,
- kontrollierte Richtungswechsel.
Für FIFA 11+ berichten systematische Übersichtsarbeiten je nach Studie ungefähr 30 bis 70 Prozent weniger Verletzungen. Eine weitere Auswertung randomisierter Studien kam auf eine relative Risikoreduktion von etwa 30 Prozent. Bei Kindern zeigte FIFA 11+ Kids in Studien ebenfalls deutliche Verbesserungen bei den Verletzungsraten. Die Ergebnisse hängen jedoch von Altersgruppe, Trainingshäufigkeit und korrekter Durchführung ab.
Für die Praxis gilt deshalb:
- Spielerisch beginnen und die Intensität langsam erhöhen.
- Präventionselemente regelmäßig einbauen.
- Sprünge und Landungen technisch sauber ausführen lassen.
- Qualität vor maximalem Tempo setzen.
- Bei Schmerzen oder akuten Beschwerden die Belastung abbrechen und fachlich abklären lassen.
Wer den Präventionseffekt eines festgelegten Programms nutzen möchte, sollte dessen Übungen vollständig und nach den offiziellen Vorgaben durchführen. Einzelne Elemente ergeben nicht automatisch dieselbe Wirkung wie das gesamte Programm.
Drei fertige Aufwärmpläne
10 Minuten für Bambini und U7
Minute 1 bis 3: Freies Dribbling
Die Kinder dribbeln durch ein Feld und wechseln auf Zuruf den Fuß.
Minute 3 bis 6: Dribbel-Ampel
Grün bedeutet Dribbeln, Rot bedeutet Ball stoppen, Blau bedeutet Richtung wechseln.
Minute 6 bis 10: 2 gegen 2
Zwei kleine Felder aufbauen und kurze Spiele durchführen. Nach Tor oder Ausball sofort einen neuen Ball einspielen.
15 Minuten für die F- bis D-Jugend
Minute 1 bis 4: Gassen-Dribbling
Mit Innen- und Außenseite, Fußwechsel und einer Finte vor dem Rückweg.
Minute 4 bis 8: Balljagd
Eine Gruppe dribbelt, die andere versucht, Bälle zu erobern. Niemand scheidet aus.
Minute 8 bis 15: 3 gegen 3 auf vier Tore
Kurze Durchgänge mit schneller Ballzufuhr und wechselnden Mannschaften.
20 Minuten für ältere Jugendliche und Erwachsene
Minute 1 bis 4: Dynamische Aktivierung
Lockeres Laufen, Seitbewegungen, Ausfallschritte und kontrollierte Richtungswechsel.
Minute 4 bis 8: Neuromuskuläre Vorbereitung
Gleichgewicht, Rumpfkontrolle sowie sauberes Springen und Landen mit niedriger bis mittlerer Intensität.
Minute 8 bis 13: Übungslauf mit drei Spielern
Passen, Mitnehmen und Beschleunigen in parallelen Laufwegen.
Minute 13 bis 20: 3 gegen 3 oder 4 gegen 4
Die Intensität bis zum Trainingsniveau steigern. Dabei auf kontrolliertes Abbremsen und sichere Richtungswechsel achten.
Häufige Fehler beim Aufwärmen
Zu lange Wartezeiten
Eine lange Schlange senkt die Bewegungszeit und die Motivation. Mehrere kleine Felder, parallele Gruppen und ausreichend Bälle halten alle Spieler aktiv.
Zu große Spielfelder
Auf einem sehr großen Feld laufen jüngere Spieler weite Wege, haben aber wenige Ballkontakte. Ein kleineres Feld erzeugt mehr Aktionen. Die Größe sollte trotzdem sichere Bewegungen ermöglichen.
Ausscheidung nach Ballverlust
Wer nach einem Fehler lange zuschaut, verliert Zeit und Konzentration. Zusatzaufgaben, ein schneller Wiedereinstieg oder ein Rollenwechsel halten die Spieler im Ablauf.
Zu komplizierte Regeln
Ein Aufwärmspiel braucht wenige Regeln. Neue Vorgaben sollten erst hinzukommen, wenn der Grundablauf funktioniert.
Zu schneller Start
Sprints und Zweikämpfe gehören erst in den späteren Teil des Aufwärmens. Zunächst werden Bewegungsumfang, Ballkontrolle und Orientierung vorbereitet.
Nur auf den Ball schauen
Wer den Blick dauerhaft auf den Ball richtet, reagiert spät auf Mitspieler und Gegner. Farben, Zurufe und Richtungsentscheidungen fördern die Wahrnehmung.
Statisches Dehnen als alleiniger Einstieg
Lange statische Dehnphasen bereiten nicht ausreichend auf schnelle Fußballbewegungen vor. Dynamische Mobilisation und progressive Belastung sind für den Einstieg geeigneter.
Aufwärmen am Spieltag
Vor einem Spiel sollte das Aufwärmen vertraute Abläufe nutzen und keine komplizierten Experimente enthalten. Ein möglicher Ablauf besteht aus:
- lockerer Bewegung und dynamischer Mobilisation,
- kurzen Pass- und Dribbelaufgaben,
- Reaktions- und Richtungswechseln,
- kleinen Spielformen oder kurzen Zweikämpfen,
- wenigen schnellen Aktionen mit angemessener Intensität.
Nach einer längeren Pause, etwa in der Halbzeit, helfen kurze dynamische Bewegungen und Ballaktionen beim erneuten Aktivieren. Die Studienlage zum sogenannten Re-Warm-up ist begrenzt. Ein klarer Vorteil für die Sprintleistung ist nicht belegt, während einzelne Untersuchungen einen moderaten Effekt auf die Sprunghöhe zeigen.
Antworten auf häufige Fragen
Wie lange sollte ein Aufwärmspiel dauern?
Ein einzelnes Spiel dauert meist fünf bis zehn Minuten. Das gesamte Aufwärmen sollte abhängig von Alter, Wetter, Trainingsziel und Belastung etwa zehn bis 20 Minuten umfassen.
Sind Aufwärmspiele für Bambini geeignet?
Ja. Für Bambini eignen sich einfache Dribbel-, Farb- und Fangspiele mit kurzen Regeln. Die Kinder sollten möglichst ständig in Bewegung bleiben und nicht ausscheiden.
Braucht jedes Kind einen Ball?
Ein Ball pro Spieler erhöht die Zahl der Ballkontakte und eignet sich besonders für Dribbelspiele. Bei Pass- und Spielformen reichen weniger Bälle, wenn die Wartezeiten kurz bleiben.
Sollte vor dem Fußballtraining gedehnt werden?
Dynamische Bewegungen passen besser zum Einstieg als lange statische Dehnphasen. Statisches Dehnen kann je nach Trainingsziel später oder in einem separaten Beweglichkeitsteil eingesetzt werden.
Wie lässt sich das Aufwärmen bei Kälte anpassen?
Bei niedrigen Temperaturen sollte die allgemeine Aktivierung länger dauern. Die Spieler bleiben in Bewegung, tragen passende Kleidung und wechseln zügig von der Aktivierung zu Ball- und Spielformen.
Was machen Torhüter?
Torhüter beginnen ebenfalls mit allgemeiner Aktivierung und dynamischer Mobilisation. Danach folgen torwartspezifische Bewegungen wie Abdruck, seitliches Verschieben, sichere Landungen und einfache Fangaktionen. Die Intensität steigt schrittweise.
Verhindert ein Aufwärmspiel Verletzungen?
Ein Aufwärmspiel bereitet auf fußballspezifische Bewegungen vor. Eine nachgewiesene Verletzungsprävention ist für strukturierte Programme wie FIFA 11+ und FIFA 11+ Kids besser belegt als für einzelne beliebige Spiele.
Was ist bei kleinen Gruppen sinnvoll?
Bei weniger als sechs Spielern bieten sich Gassen-Dribbling, Übungsläufe, 1-gegen-1 mit Minitoren und Passspiele an. Das Feld sollte so angepasst werden, dass niemand lange auf den nächsten Ball warten muss.
Das wichtigste Prinzip
Ein gutes Aufwärmspiel verbindet Bewegung, Ball und Wahrnehmung. Die Spieler sollen von Beginn an viele Aktionen haben, schrittweise intensiver werden und auf typische Anforderungen des Fußballs vorbereitet werden. Für die Verletzungsprävention ergänzt der Trainer diese Spiele regelmäßig durch strukturierte Übungen für Gleichgewicht, Rumpfkontrolle, Kraft sowie Sprung- und Landetechnik.