Die Falk-Zusatzkarte „Outdoor“ erweiterte ältere Falk-Navigationsgeräte um Karten für Rad-, Wander-, Feld- und Waldwege. Dadurch richtete sich die Navigation nicht mehr nur an Autofahrer: Auch Radtouren, Wanderungen, Geocaching und Rundkurse ließen sich direkt am Gerät planen.
Heute ist die Karte vor allem für Besitzer älterer Falk-Geräte der Baureihen LUX, IBEX, TIGER und PANTERA interessant. Die damalige Premium-Outdoor-Karte gehört nicht mehr zu einem aktuellen Falk-Produktangebot. Falk konzentriert sich inzwischen auf Online-Karten, Routenplanung und mobile Angebote. Wer ein gebrauchtes Gerät mit dieser Karte besitzt oder kaufen möchte, sollte deshalb Kartenstand, Kompatibilität und Update-Möglichkeiten genau prüfen.
Was die Falk Outdoor-Karte ergänzte
Die Outdoor-Karte war mehr als eine zusätzliche Darstellung von Straßen. Sie erweiterte das Kartenmaterial um Wege, die für Freizeit und Sport wichtig sind:
- Radwege
- Wanderwege
- Feldwege
- Waldwege
- touristische Ziele
- Berghütten
- Gipfelkreuze
- Liftstationen
- Fahrradhändler sowie fahrradfreundliche Unterkünfte
Entscheidend war die Routing-Fähigkeit. Das Gerät konnte eine Strecke auch abseits des Straßennetzes berechnen und den Nutzer mit optischen und akustischen Abbiegehinweisen führen. Entfernung und voraussichtliche Ankunftszeit blieben dabei sichtbar. Ein Höhenprofil zeigte, welche Steigungen noch bevorstanden.
Die Premium Outdoor-Karte wurde als detaillierter und einheitlicher erfasst beschrieben als die Basiskarte Plus. Diese beruhte auf aufbereiteten Daten aus OpenStreetMap und OpenCycleMap und bot ebenfalls Routing, enthielt aber je nach Region weniger Outdoor-Wege und eine weniger umfassende Wegeklassifizierung.
| Merkmal | Basiskarte Plus | Premium Outdoor-Karte |
|---|---|---|
| Kartengrundlage | Aufbereitete OpenStreetMap- und OpenCycleMap-Daten | Falk-Kartografie mit Outdoor-Daten |
| Fahrrad- und Fußgängerrouting | Ja | Ja |
| Wege außerhalb von Straßen | Je nach regionaler Datenlage | Umfangreicher erfasst |
| Wegeklassifizierung | Grundlegend | Detaillierter |
| Qualitätsprüfung | Laut damaligem Handbuch nicht in gleicher Form | Als qualitätsgeprüft beschrieben |
| Outdoor-Sonderziele | Grundausstattung | Zusätzliche und speziellere Ziele |
| Einsatz | Allgemeine Orientierung | Detaillierte Tourenplanung |
Auch die Premiumkarte bot jedoch keine Garantie für aktuelle Wegverhältnisse. Sperrungen, neue Wegführungen oder private Grundstücke konnten nach der Veröffentlichung des Kartenmaterials entstehen.
Für wen eignete sich die Zusatzkarte?
Die Karte war für Nutzer gedacht, die ihr Falk-Gerät bei unterschiedlichen Aktivitäten einsetzen wollten. Besonders sinnvoll war sie für:
- Radfahrer auf längeren Tages- und Mehrtagestouren
- Wanderer in unbekannten Regionen
- Geocacher
- Nutzer, die Rundkurse planen, statt nur hin- und zurückzufahren
- Reisende, die touristische Ziele und öffentliche Verkehrsmittel verbinden wollten
Die Zusatzkarte eignete sich besonders für Strecken, auf denen mehrere Wege zur Auswahl standen, die Strecke Höhenmeter enthielt oder das Ziel nicht direkt an einer Straße lag. Für eine kurze Tour in vertrauter Umgebung war sie nicht zwingend nötig.
Die wichtigsten Funktionen für Radfahrer und Wanderer
Fahrrad- und Fußgängerrouting
Nutzer konnten ein Profil für Fahrrad oder Fußgänger auswählen und die bevorzugten Wege festlegen. Radwege ließen sich bevorzugen, während Straßen möglichst vermieden werden konnten. Diese Einstellung war allerdings keine absolute Sperre. Wenn keine andere Verbindung vorhanden war, führte die berechnete Route weiterhin über einen Straßenabschnitt.
Das gleiche Prinzip galt für Wanderungen. Das Gerät suchte Wege abseits des Autoverkehrs, konnte aber nicht beurteilen, ob ein Weg wegen Wetter, Bauarbeiten oder einer kurzfristigen Sperrung tatsächlich passierbar war.
Rundkurse mit „Mein Rundkurs“
Die Funktion „Mein Rundkurs“ gehörte zu den praktischen Besonderheiten der Falk-Outdoor-Navigation. Statt nur einen Zielpunkt einzugeben, konnten Nutzer eine Tour nach ihren eigenen Vorgaben berechnen lassen. Dazu gehörten beispielsweise:
- gewünschte Entfernung
- maximale Dauer
- Aktivität
- flache oder bergige Strecke
- bevorzugte Arten von Wegen
Ein typisches Beispiel aus der damaligen Bedienungsanleitung war eine 20 Kilometer lange Radtour. Alternativ konnte ein Wanderer eine Runde mit einer Dauer von drei Stunden planen. Nach der Berechnung ließen sich Höhenprofil und alternative Strecken ansehen.
Damit eignete sich die Funktion besonders für Wochenendausflüge: Startpunkt auswählen, Tourlänge festlegen, Höhenmeter prüfen und eine passende Runde auswählen.
Höhenprofil und Entfernungsangaben
Das Höhenprofil machte die Belastung einer Strecke besser einschätzbar. Eine Route mit gleicher Kilometerzahl konnte je nach Steigung deutlich unterschiedliche Anforderungen stellen. Wer mit dem Fahrrad unterwegs war, konnte dadurch früh erkennen, ob ein Anstieg kurz und steil oder lang und gleichmäßig verlief.
Die Anzeige ersetzte keine genaue Konditions- oder Wetterplanung. Sie half aber dabei, die Strecke vor dem Start realistischer einzuschätzen.
Track-Aufzeichnung
Der Track Manager zeichnete gefahrene oder gelaufene Strecken auf. Nutzer konnten die Aufzeichnung speichern und später am Gerät nachvollziehen. Über die damalige PC-Software Falk Navi Manager war zusätzlich eine Auswertung mit Höhen- und Geschwindigkeitsdiagrammen möglich.
Für Radfahrer bot sich die Funktion an, um eine besonders schöne Tour später erneut zu fahren. Wanderer konnten prüfen, welche Wege sie tatsächlich genommen hatten. Die aufgezeichneten Strecken ließen sich außerdem für die persönliche Tourenplanung verwenden.
Geocaching
Die Geräte unterstützten papierloses Geocaching. Cache-Beschreibungen, Hinweise und Wegpunkte konnten am Computer vorbereitet und anschließend auf das Navigationsgerät übertragen werden.
Für diese Nutzung war eine besondere Einstellung wichtig. Beim Geocaching sollte die Funktion „Position auf Straße“ ausgeschaltet werden. Sonst verschob das Gerät den Standort unter Umständen auf den nächstgelegenen erfassten Weg. Für normale Wander- und Radtouren sollte diese Einstellung anschließend wieder aktiviert werden.
Outdoor-Sonderziele
Je nach Modell und Kartenpaket standen zahlreiche Sonderziele zur Verfügung, darunter Berghütten und Gipfelkreuze. Auch Aussichtspunkte, Liftstationen, Fahrradhändler, Krankenhäuser und weitere touristische Ziele waren enthalten.
Die damaligen Produktangaben nannten für einzelne Geräte mehr als 800.000 Premium-Outdoor-Sonderziele. Für bestimmte Modelle wurden zusätzlich mehr als 1,3 Millionen allgemeine Sonderziele in 20 europäischen Ländern angegeben. Diese Zahlen bezogen sich auf konkrete Geräte- und Kartenstände und sind deshalb nicht als aktuelle Datenmenge zu verstehen.
Welche Regionen waren abgedeckt?
Historische Falk-Zusatzkarten „Outdoor“ waren für verschiedene Regionen erhältlich. Dazu gehörten:
- Deutschland
- Österreich
- Schweiz
- Mallorca
- TransAlp
- Benelux
- Norditalien
Die Karten waren regional getrennt. Wer eine Radtour über mehrere Länder plante, brauchte deshalb das passende Kartenpaket. Die damalige TransAlp-Karte deckte nach der Produktbeschreibung einen Bereich von Würzburg bis Venedig ab und umfasste Österreich vollständig.
Auch die Basiskarte Plus enthielt zahlreiche europäische Länder. Sie bot eine breitere Grundabdeckung, erreichte bei den Outdoor-Wegen jedoch nicht dieselbe Detailtiefe wie eine passende Premiumkarte für die jeweilige Region.
Historische Preise richtig einordnen
Die Preise der Zusatzkarten stammen aus der damaligen Produktphase und sind heute keine gültigen Kaufempfehlungen. Für 2012 wurden unter anderem folgende Preise genannt:
- Deutschland: 189,95 Euro
- TransAlp: 189,95 Euro
- Benelux: 129,95 Euro
- Norditalien: 129,95 Euro
Ein späterer Praxistest nannte für eine Premium-Outdoor-Karte der Schweiz im Jahr 2014 einen Preis von 249 Euro. Die Kosten hingen vom Kartenbereich und vom jeweiligen Angebot ab. Zusätzlich konnte eine microSD-Karte erforderlich werden, wenn der interne Speicher des Geräts für weitere Karten nicht ausreichte.
Bedienung und Befestigung im Alltag
Die Falk-Outdoor-Geräte waren auf eine einfache Bedienung ausgelegt. Das Display war kleiner als bei vielen modernen Smartphones, zeigte die relevanten Informationen aber übersichtlich an. Die Darstellung blieb nach damaligen Praxiserfahrungen auch bei Sonneneinstrahlung gut lesbar, wobei spiegelnde Oberflächen die Ablesbarkeit je nach Blickwinkel beeinträchtigen konnten.
Die Fahrradhalterung war ein Schwachpunkt. Die erste Montage konnte umständlich sein. Auf holprigen Strecken musste die Halterung gelegentlich nachgezogen werden, damit sie sich nicht lockerte. Vor einer längeren Tour sollte deshalb geprüft werden:
- Sitzt die Halterung fest am Lenker?
- Rastet das Gerät vollständig ein?
- Sind Schrauben und Befestigungspunkte fest?
- Ist der Bildschirm während der Fahrt gut ablesbar?
- Ist der Akku für die geplante Strecke ausreichend geladen?
Beim konkreten Modell IBEX 32 wurden unter anderem ein 3,5-Zoll-Display, ein nach IPX7 geschütztes Gehäuse, 196 Gramm Gewicht, 4 GB Speicher, microSD-Unterstützung, Barometer und 3D-Kompass genannt. Diese Angaben gelten für das IBEX 32 und lassen sich nicht automatisch auf alle Falk-Geräte übertragen.
Vorteile und Grenzen der historischen Lösung
Die Falk-Zusatzkarte „Outdoor“ verband eine leicht verständliche Gerätebedienung mit Funktionen, die klassische Autonavigation nicht bot.
Vorteile
- Routing auf Rad-, Wander-, Feld- und Waldwegen
- Rundkursplanung nach Entfernung oder Dauer
- Höhenprofil zur Einschätzung von Steigungen
- Track-Aufzeichnung
- Geocaching-Unterstützung
- spezielle Outdoor-Sonderziele
- optische und akustische Hinweise
- teilweise wassergeschützte Hardware
- Nutzung ohne dauerhaftes Mobilfunknetz
Dem stehen einige Einschränkungen gegenüber:
- Die Geräte und Karten gehören einer älteren Produktgeneration an.
- Kartenupdates und Downloads lassen sich heute nicht verlässlich als reguläres Angebot einplanen.
- Zusätzliche Karten waren vergleichsweise teuer.
- Die Geräteverwaltung war an eine ältere PC-Software und teilweise an einen Windows-PC gebunden.
- Das Routing konnte Wege einbeziehen, die für den Nutzer ungeeignet oder inzwischen nicht mehr vorhanden waren.
- Eine Karte bildet keine kurzfristigen Sperrungen und veränderten Wegbedingungen zuverlässig ab.
- Speicherplatz und Akku können bei älteren Geräten die Nutzung begrenzen.
Die Karte war damit eine komfortable Unterstützung für einfache Freizeit- und Radtouren. In abgelegenem oder anspruchsvollem Gelände sollte sie eine aktuelle Wanderkarte, lokale Hinweise und eine unabhängige Notfallplanung nicht ersetzen.
Ist die Falk-Zusatzkarte heute noch erhältlich?
Die Falk-Premium-Outdoor-Karten waren für ältere Geräte von Falk gedacht. Die damalige Anbieterin United Navigation wurde 2017 insolvent. Das historische Produktumfeld mit Geräten, Zusatzkarten und PC-Verwaltung besteht deshalb nicht mehr in der früheren Form.
Das aktuelle Falk-Angebot konzentriert sich auf Falk Maps, Online-Karten und mobile Routenplanung für Auto, Fahrrad und Fußgänger. Eine vergleichbare aktuelle Produktlinie mit den früheren Premium-Outdoor-Zusatzkarten ist dort nicht mehr der Schwerpunkt.
Für Besitzer eines alten Falk-Geräts bedeutet das: Eine vorhandene Karte kann weiterhin funktionieren, sofern Gerät, Lizenz und Karteninstallation intakt sind. Ein Kauf sollte sich aber nicht allein auf die Aussage „Outdoor-Karte vorhanden“ stützen. Entscheidend sind der genaue Kartenbereich, die Kartenversion und die Frage, ob das Gerät noch mit dem benötigten Computerprogramm kommuniziert.
Checkliste für den Kauf eines gebrauchten Falk-Geräts
Wer ein LUX-, IBEX-, TIGER- oder PANTERA-Gerät gebraucht kaufen möchte, sollte es vor dem Kauf möglichst vollständig prüfen:
- Exaktes Modell und Baujahr feststellen.
- Installierte Karte und abgedeckte Region anzeigen lassen.
- Kartenversion und letzten Update-Stand prüfen.
- Akku, Ladegerät, Display und Tasten testen.
- Fahrradhalterung auf Risse und festen Halt kontrollieren.
- USB-Anschluss und Verbindung mit einem passenden Computer prüfen.
- Speicherplatz und Funktion der microSD-Karte kontrollieren.
- Eine kurze bekannte Route berechnen lassen.
- Höhenprofil, Rundkursplanung und Track-Aufzeichnung testen.
- Bei Geocaching prüfen, ob Wegpunkte und Beschreibungen übertragen werden.
Vor einer Tour in unbekanntem Gebiet sollte außerdem geklärt werden, ob Wege aktuell gesperrt sind. Eine zusätzliche Papierkarte und ein geladenes Mobiltelefon erhöhen die Sicherheit, ersetzen aber ebenfalls keine eigene Orientierung.
Fazit
Die Falk-Zusatzkarte „Outdoor“ machte ältere Falk-Navigationsgeräte zu vielseitigen Begleitern für Radfahrer, Wanderer und Geocacher. Besonders die Kombination aus Outdoor-Routing, Höhenprofil, Rundkursplanung, Track-Aufzeichnung und speziellen Sonderzielen war für ihre Zeit praktisch.
Als aktuelle Kaufoption lässt sich die historische Premiumkarte jedoch nicht mehr ohne Weiteres empfehlen. Für vorhandene oder gebrauchte Geräte bleibt sie interessant, wenn die passende Region installiert ist und die Hardware zuverlässig funktioniert. Wer heute eine regelmäßig gepflegte Outdoor-Navigation sucht, sollte aktuelle Karten- und App-Angebote verwenden und die Wegeinformationen vor jeder Tour zusätzlich prüfen.