Bei wechselhaftem Wetter lösen sich Sonne, Wind und Regen innerhalb weniger Stunden ab. Ein Wetterwechsel kann Wanderer in Schwierigkeiten bringen, warnt der Deutsche Alpenverein. Wer vor dem Start die Prognose prüft, unterwegs die Zeichen liest und Route, Zeitplan und Kleidung anpasst, bleibt auch dann sicher unterwegs, wenn das Wetter kippt.
Prognose vor dem Start prüfen
Den wichtigsten Schritt erledigen Sie zu Hause. Prüfen Sie die Wettervorhersage für das gesamte Tourengebiet, nicht nur für den Startpunkt. In den Bergen gilt: Je heißer der Tag, desto größer die Gewittergefahr. Stabile Hochdrucklagen versprechen oft gutes Wetter, bringen aber auch Hitzeprobleme mit sich.
Planen Sie bei hohen Temperaturen einen frühen Start. Wählen Sie Aufstiege, die morgens im Schatten liegen, also Nord- oder Westhänge. So sparen Sie sich die pralle Mittagssonne und sind meist schon im Abstieg, wenn die Hitze am stärksten ist.
Wetterzeichen unterwegs lesen
Unterwegs lohnt sich ein Blick auf den Himmel, nicht nur auf die App. Quellwolken, die im Laufe des Vormittags schnell wachsen und dunkel werden, kündigen Gewitter an. Ein plötzlicher Windwechsel, der aus einer anderen Richtung kommt als zuvor, ist ebenfalls ein Warnsignal. Auch ein spürbarer Temperaturabfall bei gleichzeitig aufziehenden Wolken deutet auf einen Wetterumschwung hin.
Wenn Sie solche Zeichen bemerken, handeln Sie früh. Warten Sie nicht, bis der erste Blitz kommt. Bei Gewittergefahr gilt: Halten Sie sich von freiliegenden Gipfeln, Graten und einzeln stehenden Bäumen fern. Suchen Sie Schutz in dichterem Wald oder in einer Senke.
Route und Zeitplan anpassen
Ein Wetterwechsel zwingt Sie zu einer Entscheidung, aber Sie müssen die Tour nicht immer abbrechen. Wenn ein Gewitter aufzieht, kehren Sie besser um oder suchen rechtzeitig Schutz, statt den Gipfel noch schnell zu nehmen. Setzen Sie sich eine feste Wendemarke, also eine bestimmte Uhrzeit oder einen Punkt auf der Karte, an dem Sie unabhängig vom Wetter umkehren.
Bei Hitze ist der frühe Start die wichtigste Anpassung. Planen Sie Pausen im Schatten und trinken Sie regelmäßig. Achten Sie auf Warnzeichen einer Hitzerschöpfung wie Kopfschmerzen und Schwindel. In schweren Fällen kommen Atemnot oder Bewusstseinstrübung dazu. Treten solche Symptome auf, brechen Sie die Tour ab und suchen Sie Schatten und Flüssigkeit.
Kleidung für wechselhaftes Wetter
Das Zwiebelprinzip funktioniert auf Wanderungen am besten. Mehrere dünne Schichten lassen sich bei jedem Wetterwechsel anpassen, ohne dass Sie im Rucksack wühlen müssen. Eine wasserdichte Jacke gehört auch bei Sonnenschein in den Rucksack, denn in den Bergen kann Regen schnell kommen.
Achten Sie darauf, dass die äußere Schicht nicht nur wasserdicht, sondern auch atmungsaktiv ist. Sonst staut sich die Wärme, und Sie schwitzen, obwohl es regnet. Wechseln Sie nasse Kleidung möglichst bald, denn Auskühlung ist bei Wind und Nässe eine reale Gefahr, auch bei moderaten Temperaturen.