Wandern bei Wind und leichtem Regen vorbereiten

Eine Tageswanderung bei Wind und Nieselregen ist gut machbar, wenn Sie die richtige Kleidung tragen und ein paar kleine Dinge dabeihaben. Der Kern der Vorbereitung ist das Zwiebelprinzip: mehrere dünne Schichten statt einer dicken Jacke regulieren die Körpertemperatur, halten bei Nässe warm und lassen Sie bei aufklarendem Himmel schnell reagieren.

Das Zwiebelprinzip für wechselhaftes Wetter

Bei Wind und Nieselregen entscheidet die richtige Schichtung darüber, ob Sie frieren oder schwitzen. Drei Schichten erfüllen unterschiedliche Aufgaben: Die unterste Schicht transportiert Feuchtigkeit von der Haut weg, die mittlere speichert Wärme, und die äußere schützt vor Wind und Regen.

Als unterste Schicht eignet sich ein langärmliges Oberteil aus Merinowolle oder einem synthetischen Funktionsmaterial. Baumwolle sollten Sie vermeiden, denn sie saugt sich mit Schweiß voll, kühlt dann aus und klebt auf der Haut. Die mittlere Schicht, etwa ein dünnes Fleece oder eine leichte Isolationsjacke, hält die Wärme am Körper. Entscheidend ist, dass diese Schicht auch bei Nässe warm hält, also nicht aus Baumwolle besteht.

Die äußere Schicht ist bei Wind und Nieselregen die wichtigste. Eine winddichte und wasserabweisende Jacke schützt davor, dass Sie durch den Wind auskühlen, und hält leichten Regen ab. Für eine Tageswanderung bei Nieselregen reicht eine Regenjacke mit Kapuze, die Sie bei stärkerem Regen über der mittleren Schicht tragen. Achten Sie beim Kauf auf verklebte Nähte und eine Kapuze, die auch über einer Mütze sitzt, ohne die Sicht einzuschränken.

Beine, Füße und Hände richtig schützen

Die Beine sind beim Wandern weniger kälteempfindlich als der Oberkörper, aber Nässe und Wind kühlen auch hier aus. Eine lange Wanderhose aus schnelltrocknendem Material ist die Basis. Bei Nieselregen reicht sie meist aus, denn die Beine werden durch die Bewegung warm. Wenn der Wind stark ist oder der Regen dichter wird, helfen wasserabweisende Regenhosen, die Sie über der Wanderhose tragen. Sie sollten leicht sein und sich schnell an- und ausziehen lassen, damit Sie sie bei jedem Schauer überstreifen können.

Die Füße brauchen bei Nässe besondere Aufmerksamkeit. Wasserdichte Wanderschuhe halten Nieselregen und Pfützen ab, aber sie haben einen Nachteil: Sie geben Schweiß schlechter nach außen ab. Tragen Sie daher Socken aus Merinowolle oder einem Synthetikgemisch, die Feuchtigkeit von der Haut wegbefördern. Ein Paar Ersatzsocken im Rucksack ist bei einer ganztägigen Tour sinnvoll, denn nasse Socken führen schnell zu Blasen und kalten Füßen.

Hände und Kopf verlieren besonders viel Wärme. Eine dünne Mütze aus Fleece oder Wolle schützt vor Wind und hält den Kopf warm, auch wenn Sie schwitzen. Handschuhe aus einem winddichten Material sind bei kühlem Wind wichtig, denn kalte Hände machen das Greifen des Wanderstocks oder das Öffnen des Rucksacks mühsam. Wenn Sie schnell kalte Hände bekommen, nehmen Sie ein zweites, dünneres Paar als Reserve mit.

Rucksack und kleine Ausrüstung

Der Rucksack selbst braucht Schutz vor Nässe, denn ein nasser Inhalt macht die Pause unangenehm. Viele Wanderrucksäcke haben eine integrierte Regenhülle, die Sie aus einer Tasche am Boden ziehen und über den Rucksack stülpen. Wenn Ihr Rucksack keine hat, kaufen Sie eine passende Hülle in der richtigen Größe. Alternativ packen Sie empfindliche Dinge wie Wechselkleidung, Papiere oder Elektronik in wasserdichte Packsäcke oder einfache Gefrierbeutel.

Zur kleinen Ausrüstung bei wechselhaftem Wetter gehören ein paar Dinge, die wenig Platz brauchen, aber den Unterschied machen. Eine dünne Mütze und Handschuhe haben Sie bereits eingepackt. Dazu kommen eine kleine Plastikfolie oder ein Sitzkissen, damit Sie bei der Rast nicht auf nassem Boden sitzen müssen. Eine Taschenlampe oder Stirnlampe ist bei einer Tageswanderung im Herbst oder Winter sinnvoll. Denn wenn der Nebel dicht wird oder Sie länger unterwegs sind als geplant, wird es früher dunkel als erwartet.

Für die Verpflegung gilt: Bei Kälte und Nässe verbraucht der Körper mehr Energie, um warm zu bleiben. Nehmen Sie etwas mehr zu essen mit als bei einer Tour bei Sonnenschein, etwa Nüsse, Trockenfrüchte oder ein belegtes Brot. Eine Thermoskanne mit Tee oder Suppe wärmt von innen und macht die Pause im Wind deutlich angenehmer. Wasser sollten Sie trotzdem dabeihaben, denn auch bei kühlem Wetter schwitzen Sie beim Aufstieg.

Die Route an das Wetter anpassen

Bevor Sie losgehen, prüfen Sie die Wettervorhersage für die Region und die Höhenlage Ihrer Tour. Im Gebirge weht der Wind stärker und Regen fällt häufiger als im Tal, und die Temperatur sinkt mit zunehmender Höhe. Planen Sie die Route so, dass Sie bei aufziehendem Schlechtwetter abkürzen oder umkehren können. Eine Rundtour mit mehreren möglichen Abstiegen ist bei wechselhaftem Wetter flexibler als eine Strecke, die nur einen Rückweg hat.

Informieren Sie jemanden über Ihre geplante Route und die voraussichtliche Rückkehrzeit. Das ist bei jeder Wanderung sinnvoll, aber bei Wind und Regen besonders wichtig, denn das Wetter kann sich schneller verschlechtern als die Vorhersage verspricht. Wenn Sie allein wandern, bleiben Sie auf markierten Wegen und meiden Sie exponierte Passagen, auf denen starker Wind Sie aus dem Gleichgewicht bringen könnte.