Ersatzkleidung auf Tour zuverlässig trocken halten

Wer mehrere Tage unterwegs ist, kennt das Problem: Die Ersatzkleidung im Rucksack ist feucht, muffig oder klatschnass, genau dann, wenn Sie sie am dringendsten brauchen. Ursachen sind Regen, Schweiss, Kondenswasser im Zelt oder eine undichte Trinkflasche.

Teure Spezialbeutel oder Vakuumverpackungen sind nicht nötig. Mit einfachen Haushaltsmitteln und klaren Regeln bleibt die Wechselkleidung trocken und griffbereit.

Socken, Unterwäsche und Schlafsachen zuerst

Bevor Sie packen, legen Sie fest, welche Kleidungsstücke unter keinen Umständen nass werden dürfen. Das sind Socken, Unterwäsche und alles, was Sie nachts zum Schlafen anziehen. Nasse Socken am Morgen führen schnell zu Blasen, feuchte Unterwäsche zu Hautreizungen und Auskühlung. Diese drei Kategorien bekommen den besten Platz im Rucksack und die sorgfältigste Verpackung.

Die zweite Priorität ist eine komplette Wechselschicht für den Notfall, etwa ein langärmliges Oberteil und eine lange Hose. Diese Kleidung brauchen Sie nur, wenn die getragene Schicht durchnässt ist. Sie darf ebenfalls nicht nass werden, muss aber nicht so perfekt geschützt sein wie Socken und Schlafsachen.

Was problemlos nass werden darf, sind Handtücher, die Sie ohnehin zum Trocknen aufhängen, oder Kleidung, die Sie am nächsten Tag sowieso wieder anziehen. Diese Teile können Sie weiter unten im Rucksack oder in der Aussentasche verstauen.

Verpackung mit Haushaltsmitteln

Der einfachste und zuverlässigste Schutz ist ein Gefrierbeutel mit Zip-Verschluss. Er ist leicht, kostet fast nichts und lässt sich überall nachkaufen. Legen Sie die Kleidung hinein, drücken Sie so viel Luft wie möglich heraus und verschliessen Sie den Beutel. Die Luft ist der Hauptfeind: Sie transportiert Feuchtigkeit und nimmt Platz weg. Ein gut entlüfteter Beutel schützt die Kleidung auch dann, wenn er im Rucksack gequetscht wird.

Für grössere Stücke wie eine Fleecejacke oder eine lange Hose nehmen Sie einen stabilen Müllbeutel oder einen Wäschesack mit wasserdichtem Innenleben. Wickeln Sie die Kleidung zunächst in ein trockenes T-Shirt oder ein Handtuch, bevor Sie sie in den Beutel stecken. Das Polster schützt vor Druckstellen und fängt kleine Mengen Feuchtigkeit auf, die durch den Verschluss eindringen.

Eine zusätzliche Sicherheit ist der Rucksack-Innenliner. Legen Sie dafür einen grossen, unbeschädigten Müllsack in den Rucksack, bevor Sie das Gepäck einräumen. Der Sack schützt den gesamten Inhalt vor Regen, der durch den Rucksackstoff oder die Reissverschlüsse eindringt. Falten Sie den oberen Rand nach dem Packen mehrfach um, damit kein Wasser hineinläuft. Diese Methode kostet nichts und funktioniert auch bei starkem Niederschlag.

Rucksack organisieren und beschriften

Die beste Verpackung nützt wenig, wenn Sie am Abend im Dunkeln alles durchwühlen müssen und dabei die feuchte Regenjacke über die trockenen Socken legen. Legen Sie für jede Kleidungskategorie einen festen Platz im Rucksack fest und halten Sie sich daran.

Die Schlafsachen gehören ganz nach unten oder in ein separates Fach, das Sie nur am Abend öffnen. Die Wechselkleidung für den Notfall kommt in die Mitte, gut erreichbar, aber nicht im obersten Bereich. Was Sie tagsüber brauchen, etwa eine zusätzliche Schicht bei kaltem Wind, gehört in die oberste Zone oder in eine Aussentasche.

Beschriften Sie die Beutel mit einem wasserfesten Stift, zum Beispiel mit „Socken", „Unterwäsche" oder „Schlafsachen". Das klingt übertrieben, spart aber am dritten Tag einer langen Tour erheblich Zeit und Nerven. Wenn Sie mehrere Beutel derselben Art verwenden, unterscheiden Sie sie farblich, etwa mit verschiedenfarbigen Klebebandstreifen.

Ein weiterer Punkt ist die Reihenfolge beim Packen. Die trockene Kleidung kommt zuletzt in den Rucksack, also nachdem Sie alle schweren und potenziell feuchten Gegenstände wie Zelt, Kochgeschirr und Wasserflaschen verstaut haben. So bleibt sie oben und wird nicht von nassen Gegenständen berührt. Wasserflaschen gehören grundsätzlich in eine separate Aussentasche oder zumindest in einen dichten Beutel, denn eine undichte Flasche macht den gesamten Rucksackinhalt feucht.

Nasse Kleidung trocknen

Trotz aller Vorsicht kann Kleidung nass werden, etwa wenn Sie durch einen Fluss waten oder der Beutel einen Riss bekommt. Dann hilft es, die nasse Kleidung sofort zu behandeln, statt sie zusammengeknüllt im Rucksack zu lassen.

Hängen Sie nasse Kleidung am Abend im Zelt oder an einer Leine zwischen zwei Bäumen auf. Wolle und synthetische Fasern trocknen über Nacht, wenn die Luft nicht zu feucht ist. Baumwolle braucht deutlich länger und sollte für Ersatzkleidung auf Tour vermieden werden. Wenn Sie keine Leine haben, reicht eine Schnur, die Sie zwischen zwei Heringen oder Ästen spannen.

Am Körper trocknet Kleidung ebenfalls, wenn Sie sie tagsüber tragen. Ein feuchtes T-Shirt unter der Regenjacke wird durch die Körperwärme schnell trocken, solange Sie sich bewegen. Diese Methode eignet sich für Kleidungsstücke, die Sie ohnehin anziehen würden, nicht für die Schlafsachen.

Wenn Sie am Abend feststellen, dass die Schlafsachen feucht sind, legen Sie sie für eine Stunde in den Schlafsack. Die Körperwärme entzieht der Kleidung die Feuchtigkeit, und Sie schlafen trockener, als wenn Sie die feuchten Sachen direkt anziehen. Das funktioniert nur bei leichter Feuchtigkeit, nicht bei nassen Stücken.