Den Maximiliansweg in machbare Etappen aufteilen

Der Maximiliansweg führt von Lindau am Bodensee bis Berchtesgaden, rund 359 oder 388 Kilometer durch die bayerischen Alpen, je nach Variante. Niemand läuft die Strecke an einem Stück. Sie müssen den Weg in Tagesetappen einteilen, die zu Ihrer Kondition passen. Wichtiger als die Kilometer sind die tägliche Gehzeit und die Höhenmeter.

Warum Höhenmeter wichtiger sind als Kilometer

Der Maximiliansweg verläuft entlang der bayerischen Alpen und überquert mehrfach Bergrücken und Pässe. Zwischen Bregenz und Bad Reichenhall ist er identisch mit der Voralpenvariante des europäischen Fernwanderwegs E4. Die beiden Varianten sind unterschiedlich schwer. Diese Unterschiede sollten Sie bei der Etappenplanung berücksichtigen.

Höhenmeter belasten mehr als Kilometer. Klären Sie zuerst, wie viel Auf- und Abstieg Sie an einem Tag schaffen, und legen Sie erst danach die Distanz fest. Die Etappenvorschläge vom Deutschen Alpenverein oder von Wanderportalen wie dem Wanderkompass sind dafür ein guter Anfang, aber keine feste Regel.

Tageslimits nach Zeit und Höhenmetern setzen

Planen Sie mit einer festen Gehzeit und einer festen Höhenmeterzahl pro Tag, statt eine feste Kilometerzahl anzustreben. Ein üblicher Richtwert für mehrtägige Wanderungen sind fünf bis sieben Stunden reine Gehzeit pro Tag. Dazu kommen Pausen, Essen und unvorhergesehene Stopps, die Sie in der Tagesplanung einrechnen sollten.

Wie viele Höhenmeter Sie pro Tag schaffen, richtet sich nach Ihrer Erfahrung. Wer regelmäßig in den Bergen unterwegs ist, verkraftet andere Anstiege als jemand, der die erste mehrtägige Tour plant. Wenn Sie unsicher sind, gehen Sie vor der Tour eine Tagestour mit ähnlichen Auf- und Abstiegen und notieren Sie dabei Gehzeit und Höhenmeter. Diese Werte sind eine verlässlichere Grundlage als jede Schätzung auf der Karte. Die ersten zwei Tage einer langen Wanderung sollten außerdem eher kurz sein, weil sich Füße, Rucksack und Gewohnheiten erst aneinander gewöhnen müssen. Ein neuer Rucksack oder ungetragene Schuhe machen sich spätestens am dritten Tag bemerkbar.

Wo die Etappen sinnvoll enden

Eine Etappe sollte dort enden, wo Sie übernachten und essen können. Täler mit Dörfern sind dafür die natürlichen Endpunkte, weil sie Unterkünfte, Einkaufsmöglichkeiten und oft eine Bus- oder Bahnanbindung bieten. Die vorhandenen Etappenvorschläge orientieren sich häufig an genau solchen Orten. So liegt etwa Aschau im Chiemgau zwischen der 18. Etappe (Hochrieshaus zur SonnenAlm) und der 19. Etappe (SonnenAlm zum Hochgernhaus).

Sie müssen diese Vorschläge nicht übernehmen. Wenn eine Etappe zu lang ist, können Sie sie an einem Ort mit Übernachtungsmöglichkeit teilen. Wenn Sie eine schwierige Passage abkürzen wollen, hilft oft eine Aufstiegshilfe: Am Kampenwand zum Beispiel können Sie die erste Steigung mit der Seilbahn umgehen und die Etappe dadurch deutlich einfacher machen. Auch ein Abstieg ins Tal mit Übernachtung und der Wiederaufstieg am nächsten Tag ist eine bewährte Möglichkeit, eine anstrengende Strecke in zwei machbare Teile zu zerlegen.

Eigene Etappen aus den Vorlagen bauen

Nehmen Sie die offiziellen Etappen als Vorlage und passen Sie sie an Ihre Kondition an. Prüfen Sie für jede Etappe drei Dinge: die Gehzeit, die Höhenmeter und die Übernachtungsmöglichkeit am Ziel. Wenn eine Etappe zu lang ist, suchen Sie eine Hütte oder ein Dorf auf halber Strecke. Wenn sie zu kurz ist, fassen Sie zwei Etappen zusammen.

Bevor Sie eine Etappe festlegen, klären Sie, wo Sie schlafen. Auf dem Maximiliansweg sind Sie selten weit von einem Tal entfernt, aber nicht jede Hütte ist in der Saison geöffnet und nicht jedes Dorf hat freie Betten. Reservieren Sie Unterkünfte im Voraus, besonders in der Hauptsaison. Planen Sie außerdem einen zusätzlichen Tag als Puffer ein, denn Wetter, Blasen an den Füßen oder ein langsamerer Tag als gedacht verschieben den Zeitplan. Wissen Sie, wo Sie notfalls ins Tal absteigen und mit Bus oder Bahn weiterkommen, dann bleibt eine lange Tour planbar, auch wenn etwas dazwischenkommt.